In Sufismus ist das Endziel des spirituell Suchenden die Auflösung seines begrenzten Ichs im unendlichen Ozean der göttlichen Präsenz.
Sama`
Die musikalische und ekstatische Dimension des Sufismus wird „Sama`“ genannt. Während die Sufis sich in spiritueller Entzückung befinden, richten sie die gesamte Aufmerksamkeit ihrer Herzen auf den Geliebten. Sie begeben sich durch spezielle Bewegungen und meistens mit bestimmter rhythmischen Musik in die selbstlose Erinnerung an Gott (dhikr). In diesem Zustand sind sie trunkene Liebende, die jegliche Aufmerksamkeit außer von Gott verloren haben.
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- Rumi -
Wenn du nicht mit dem Geliebten bist,
So Suche!
Und wenn du in der Einheit bist,
So Freue Dich!
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Persische mystische Dichtung ist ein Ausdruck der verschiedenen Etappen und Zustände, die auf der spirituellen Reise erfahren werden. Die bildreiche Sprache die Gedichte ist voll von Symbolen und Zentrales Thema ist die Liebe.
Die bedeutendsten Persische mystische Dichter sind Rumi, Hafez, Saadi, Attar.
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Rûmî
Einleitung ins Masnavi
Hör’ auf der Flöte Rohr, was es verkündet,
hör, wie es klagt, von Sehnsuchtsschmerz entzündet
Als man mich abschnitt am beschilften See,
da einte alle Welt bei meinem Weh.
Ich such’ ein sehnend Herz, in dessen Wunde
ich gieße meines Trennungs-Leides Kunde;
sehnt doch nach des Zusammenweilens Glück
der Heimatferne allzeit sich zurück.
Klagend durchzog ich drum die weite Welt,
und Schlechten bald, bald Guten beigesellt,
galt jedem ich als Freund und als Gefährte, –
und keiner fragte, was mein Herz bescherte.
Und doch – so fern ists meiner Klage nicht,
den Sinnen nur fehlt der Erkenntnis Licht.
So sind auch Seel’ und Leib einander klar,
doch welchem Aug’ stellt’ je ein Geist sich dar?
Kein Hauch, nein, Feuer sich dem Rohr entwindet.
Verderben dem, den diese Glut nicht zündet!
Der Liebe Glut ist’s, die im Rohre saust,
der Liebe Seufzen, das im ein aufbraust.
Getrennter Liebenden Gefährtin sie,
zerreißt das Innerste die Melodie.
Als Gift, als Gegengift stets unvergleichlich,
an Mitgefühl und Sehnsucht unerreichlich,
gibt sie vom Pfad im Blute uns Bericht,
von Madschnuns Liebe singt sie manch Gedicht.
Vertraut mit diesem Sinn ist nur der Tor,
gleich wie der Zunge Kundsmann nur das Ohr.
In Leid sind unsre Tage hingeflogen
und mit den Tagen Plagen mitgezogen!
Und ziehn die Tage, laß sie ziehn in Ruh,
wo du der Reinen Reinster, daure du!
Den Fisch nur sättigt nie die Flut, doch lang
sind des Darbenden Tage, lang und bang.
Aber mein Wort sei kurz; ersteht doch nicht
der Rohe, was der Vielgeprüfte spricht!
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